2014-05-27 Rückblick Forum mit Podiumsdiskussion

Rückblick

VHG-Forum mit Podiumsdiskussion am Dienstag den 06. Mai 2014

„Braucht eine Stadt wie Kandel einen Gewerbeverein?

Zukunftschancen im regionalen Wettbewerb!“

Teil 1

Etwa 80 Gäste waren der Einladung des Vereins für Handel und Gewerbe Kandel e.V. zu einem Forum mit anschließender Podiumsdiskussion am 06. Mai 2014 in die Stadthalle gefolgt. Als Gastredner hatte der VHG Herrn Christoph Ochs, Vorstandsvorsitzenden der VR Bank Südpfalz, gewinnen können. Ihm lauschten neben zahlreichen Mitgliedern des Vereins auch weitere Gewerbetreibende, sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Kandel. Auf Grund der Podiumsdiskussion, zu der die beiden nominierten Bürgermeisterkandidaten eingeladen waren, fanden sich auch einige Stadtratsmitglieder im gut besuchten Kultursaal der Stadthalle.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch Vorstandsmitglied Karl-Heinz Schöttinger erläuterte er den Anlass ein solches Forum zu veranstalten: Wenn selbst die eigenen Mitglieder nicht immer an einem Strang ziehen, Neumitglieder trotz der Ansiedelung neuer Betriebe nur schwer zu gewinnen sind und selbst die Mitgliederversammlungen nicht mehr besucht werden, ist die Frage dann provokant ob ein Gewerbeverein für Kandel überhaupt noch zeitgemäß ist?

Dieser Frage näherte sich Herr Ochs in seinem Vortrag mit viel Charme und Esprit.

Aus seiner 25-jährigen Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Gewerbetreibenden schilderte er sachlich aber auch humorvoll seine Sicht auf ein funktionierendes System einer florierenden Kleinstadt.

Er stellte die Zusammenarbeit der Kommune mit den Unternehmen und des Tourismus als Standbein heraus und erläuterte dies auch gleich am Negativbeispiel Aachen.

Sehr deutlich veranschaulichte er 3 verschiedene Grundvoraussetzungen:

So sind zunächst die Geschäftsvielfalt und ein breites Angebotssortiment von großer Wichtigkeit. Sie locken erst einmal Kunden an. („Fokuskauf ist Frustkauf“)

Den angereisten Kunden muss nun eine hohe Aufenthaltsqualität geboten werden. Dies zeichnet sich durch eine ansprechende, freundliche und zurückhaltende Bedienung aus, die jeglichen Kaufzwang vermeidet. Ebenso wie die Gerüststruktur vor Ort. Hier sind die Planbarkeit, Übersicht, Beleuchtung und Kernöffnungszeiten eine wichtige Voraussetzung.

Dazu gesellen sich dann noch als drittes Standbein die Aktionen und Events. Sie erhalten ein funktionierendes Modell am Leben, sie machen neugierig und sprechen auch Neukunden an.

Events zeichnen sich durch ihre Einmaligkeit, ihre Attraktivität, ihre Sicherheit und eine familienumfassende Ansprache aus. Das alles kann keiner alleine. Und was einer allein nicht vermag, das vermögen viele. Deshalb ist ein Gewerbeverein wichtig. Sehr einnehmend spannte er den Bogen zu der eingangs gestellten Frage und appellierte ausdrücklich an die Gemeinsamkeit in einem Gewerbeverein der viel mehr Potenzial birgt, als z.B. ein Citymanager.

Fazit: Kandel braucht einen Gewerbeverein,

  • der selbstständig die Interessen seiner Betriebe wahrnimmt
  • der aus engagierten Geschäftsinhabern mit Ideen und Umsetzungsgeschick Potenzial zieht
  • der neugierig macht und Zusammenhalt weckt
  • der als Mehrwert wahrgenommen wird
  • der auch Fehler machen darf
  • der Unterstützung sucht und findet
  • der am Ende seine Marke prägt (z.B. „Kandel, die Einkaufsstadt“ oder „Kandel zieht an!“)

 

 

Teil 2

 

Mit viel Applaus bedankten sich die aufmerksamen Zuhörer und verfolgten danach, wie unter der Moderation von Paul Wüst die beiden BM Kandidaten Günter Tielebörger und Monika Schmerbeck, sowie Karl-Heinz Schöttinger und Christoph Ochs auf dem Podium Platz nahmen.

Zunächst zaghaft wurden die Fragen und Antworten dann aber lebhafter. Es ging um Parkplätze und Leerstände, die Forderung nach einer gewünschten Marktkommission mit einer Schnittstelle von Stadt, Tourismus und Gewerbe (Citymanager) wurde geäußert, Zukunftskonzepte in einem 5-oder 10-Jahresplan mit Überwachung der Umsetzung wurden angeregt, Mitarbeitermobilisierung- und Einbindung erläutert, die mangelnde finanzielle Unterstützung seitens der Stadt wurde kritisiert und um Unterstützung bei der Umsetzung toller Ideen gebeten. Neben visionären Vorstellungen ging es auch um ganz pragmatische Probleme zur Realisierung vieler Events.

Herr Ochs regt daraufhin an, mehr zu wagen, nicht so viel zu zerreden und getroffene Entscheidungen zu akzeptieren oder sich einzubringen. Darüber hinaus schlug er einen Arbeitskreis vor, der sich Fragen stellt und diese dann umkehrt um Ergebnisse zu erzielen. Z.B. „Was können wir tun, damit Kandel unattraktiv wird?“ (…..)

Geschickt manövrierte Paul Wüst als Moderator zwischen den Klippen der stets zu vernehmenden politischen Strömungen hindurch, denn diese waren oft in den Fragen und Antworten heraus zu hören. SeinPlädoyer war am Ende dahingehend, dass Kandel ein Projekt „Stadtentwicklung“ initiieren sollte.

Karl-Heinz Schöttinger bedankte sich im Namen des VHG bei den Anwesenden für Ihr Kommen und Ihr Interesse und spannte ein sprichwörtliches Segel über die unterschiedlichen Belange, indem er vorschlug die Hauptstraße mit eben einem solchen zu beschatten.

Oder wie einer der Zuhörer vorgeschlagen hatte: VISIONEN-ZIELE-STRATEGIEN ins Auge fassen.

Mit einem Augenzwinkern verabschiedete er die Gäste an das vorbereitete Büffet, wo noch lange Zeit angeregte Gespräche stattfanden.

 

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Michaela Stöhr

Kandel, 22.05.2014

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